
Quelle: Wolfsburger Nachrichten, 27.12.2025
Monika und Wolfgang Schmidt werden des Helfens nicht müde. An Heiligabend bescherte das Ehepaar gemeinsam mit Pastor Björn Schulze und der Familie der Vorsitzenden der Margarete-Schnellecke-Stiftung Carolin Külps rund 50 Bewohner der Obdachlosensiedlung in der Borsigstraße mit prall gefüllten Weihnachtstüten. Einige der Beschenkten kennen die Schmidts schon seit Jahrzehnten.
Als gute Gaben eingekauft hatten die 79 und 81 Jahre alten Wolfsburger und ihr Enkel neben Grundnahrungsmitteln wie Milch, Butter und Käse auch Bratwurst, Rotkohl und Knödel, Stollen und Kaffee. „Zu Weihnachten gibt es außerdem ein besonderes Wurstpaket“, erzählt Monika Schmidt. Es enthält Jagdwurst, Salami und Teewurst. Produkte, die viele Wolfsburger ohne lange darüber nachzudenken in ihre Einkaufswagen packen dürften. Die für die Männer und Frauen in der Obdachlosensiedlung aber schwerer erschwinglich sind.
Wie Monika Schmidt weiß, haben viele von ihnen Schulden. Wenn sie ihr Geld vom Staat erhielten, gehe die Hälfte oft gleich für das Abstottern von Krediten weg, erklärt die Wolfsburgerin. Ihr Mann und sie bringen daher jede Woche Lebensmittel zu den rund 50 Bewohnern der Siedlung, die diese Hilfe annehmen. Insgesamt leben dort nach Monika Schmidts Angaben rund 70 Personen. Früher seien es mal 170 gewesen. Doch inzwischen würden üblicherweise keine Familien mehr in der Borsigstraße untergebracht: Sie sollen in einem möglichst normalen Umfeld leben.
Was sich nach Wahrnehmung der ehrenamtlichen Helferin ebenfalls zum Positiven gewandt hat, ist die Stimmung in der Siedlung. „Zurzeit ist es dort sehr ruhig und friedlich“, stellt Monika Schmidt fest.
Allein könnten die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Christophorus ihre Lebensmittelunterstützung niemals stemmen. Doch sie haben Hilfe von der Margarete Schnellecke-Stiftung. Sie hat auch 2.000 Euro für die Weihnachtsgeschenke gespendet. Die Stiftungsvorsitzende Carolin Külps und ihre Familie waren bei der Verteilung dabei. Zwei Kinder der Vorstandsvorsitzenden, erzählt Monika Schmidt, hätten vorher schon beim Einpacken geholfen.
Und warum setzen sich die Schmidts so unermüdlich in der Obdachlosenhilfe ein? „Aus christlicher Nächstenliebe“, sagt Monika Schmidt. Vor 30 Jahren hat sie ihre Tätigkeit in der Borsigstraße mit einem Donnerstag-Frühstück aufgenommen. Jahrelang versorgten die Schmidts und Freunde die Bewohner zudem mit Möbeln und gebrauchten Elektrogeräten. 19 Jahre lang engagierte sich das 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Paar darüber hinaus beim Caritas-Mittagstisch, acht Jahre lang davon als Leitung.